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Apothekensterben: FREIE WÄHLER verlangen entschlossenen Einsatz der Landesregierung
Koblenz, 23. Dezember 2025 – Die Zahl der Apotheken in Rheinland-Pfalz sinkt dramatisch und entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Risiko für die flächendeckende medizinische Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum. In den vergangenen zwei Jahren mussten landesweit 70 Apotheken schließen, allein 33 davon im Jahr 2024. Während es Ende 2023 noch 852 Apotheken im Land gab, sank die Zahl im ersten Halbjahr 2024 auf 832 – ohne eine einzige Neueröffnung. Die Apothekendichte liegt damit bei nur noch 20 Apotheken je 100.000 Einwohner und deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.
Deutschlandweit sinkt die Zahl der Apotheken seit Jahren kontinuierlich. Laut ABDA-Statistik gingen die Betriebsstättenzahlen von über 18 750 Anfang 2021 auf rund 16 800 Mitte 2025 zurück. Während die Betriebskosten in den letzten Jahren stark gestiegen sind, wurde das Apothekenhonorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel seit 2013 nicht erhöht und liegt bei 8,35 Euro pro Packung. Diese Kombination belastet viele Apotheken wirtschaftlich erheblich.
Der Landesvorsitzende der FREIE WÄHLER Rheinland-Pfalz, Christian Zöpfchen, wirft der Landesregierung angesichts dieser Entwicklung Untätigkeit vor: „Seit Jahren verlieren wir Apotheken in zweistelliger Zahl – und die Ampel in Mainz bleibt untätig. Gesundheitsminister Hoch redet viel über Probleme, aber konkrete Initiativen fehlen. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht im ländlichen Raum ein schleichender Zusammenbruch der Arzneimittelversorgung.“
„Ohne Neugründungen und bei steigenden Kosten rechnet sich eine Apotheke schlicht nicht mehr. Das schreckt den Nachwuchs ab – und am Ende verlieren die Menschen im ländlichen Raum ihre wohnortnahe Versorgung“, so die Co-Vorsitzende Lisa-Marie Jeckel MdL.
Die FREIE WÄHLER fordern die Landesregierung daher auf, endlich aktiv zu werden und sich an die Spitze einer Bundesratsinitiative zu stellen. Ziel müsse eine echte Honorarreform sein, bei der das Packungsfixum wie angekündigt angehoben und künftig dynamisch an Kostenentwicklungen angepasst wird. Gleichzeitig brauche es gezielte Förderinstrumente für Gründungen und Übernahmen von Apotheken im ländlichen Raum, einen konsequenten Bürokratieabbau, eine praxistaugliche Digitalisierung sowie bessere Rahmenbedingungen zur Nachwuchsgewinnung.
„Apotheken sind ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge“, betont Christian Zöpfchen abschließend. „Wenn das Land jetzt nicht handelt, drohen im ländlichen Raum gravierende und dauerhaft untragbare Versorgungslücken.“
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