Regio-Klinik Bingen: Chance für die Region – jetzt langfristig absichern

24. August 2026

FREIE WÄHLER begrüßen Entscheidung vom 19. August – Jeckel fordert verlässliche Finanzierung und klare Perspektive für die regionale Krankenhausversorgung

Nach der Entscheidung von Kreistag Mainz-Bingen und Stadtrat Bingen vom 19. August steht dem Umbau des insolventen Heilig-Geist-Hospitals zu einer Regio-Klinik der Weg offen. Zum 1. Januar 2027 soll am Standort Bingen ein neues Versorgungsmodell mit rund 50 Betten entstehen. Die Schwerpunkte sollen auf Innerer Medizin und Geriatrie liegen; zugleich soll die medizinische Grund- und Notfallversorgung vor Ort gesichert werden.

Lisa-Marie Jeckel, Landesvorsitzende der FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz, begrüßt, dass für den Standort eine Perspektive gefunden wurde:

„Dass Bingen seinen Klinikstandort nicht vollständig verliert, ist eine gute Nachricht. Die Regio-Klinik kann eine echte Chance sein, stationäre und ambulante Versorgung neu zu denken und gleichzeitig eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung zu erhalten. Entscheidend ist jetzt, dass aus diesem Neuanfang ein tragfähiges Modell wird.“

Die FREIEN WÄHLER beschäftigen sich bereits seit Jahren mit der Zukunft des Standorts. Schon 2024 fragten sie die Landesregierung im Landtag ausdrücklich nach langfristig tragfähigen Modellen für Bingen und der Sicherung der medizinischen Grundversorgung im Mittelrheintal.

Jeckel selbst hatte im April 2025 angesichts zunehmender Klinikinsolvenzen im Land im Landtag gewarnt:

„Wir brauchen nicht nur Visionen für die Zeit ab 2027, wir brauchen Konzepte, damit es unsere Kliniken überhaupt bis 2027 schaffen.“

„Die Entwicklung in Bingen zeigt, wie aktuell diese Warnung war. Der bisherige Krankenhausbetrieb konnte in seiner bisherigen Form nicht fortgeführt werden. Nun muss aus der notwendigen Neuaufstellung eine echte Zukunftsperspektive entstehen und nicht nur die nächste Zwischenlösung“, so Jeckel.

Landkreis und Stadt stellen erneut erhebliche finanzielle Mittel bereit, auch das Land hat weitere Investitionshilfen zugesagt. Für Jeckel darf die Sicherung solcher Versorgungsmodelle jedoch nicht von der Finanzkraft einzelner Kommunen abhängen.

„Innovative Modelle wie eine Regio-Klinik können gerade für die Versorgung in der Fläche ein wichtiger Baustein sein. Dafür braucht es aber verlässliche Rahmenbedingungen. Gesundheitsminister Clemens Hoch muss deshalb deutlich machen, welche Rolle solche Kliniken künftig in der Krankenhausplanung des Landes spielen sollen und wie ihr Betrieb abgesichert wird.“

Die FREIEN WÄHLER fordern eine Krankenhausplanung, die eine erreichbare Grund- und Notfallversorgung im ganzen Land sicherstellt und zugleich neue Formen der Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Medizin ermöglicht.

„Bingen kann zu einem Beispiel dafür werden, wie regionale Gesundheitsversorgung künftig funktionieren kann. Dafür braucht es mehr als Investitionshilfen für den Start. Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass medizinische Versorgung auch morgen noch wohnortnah erreichbar ist.“