Kita-Fachkräfte am Limit: Entlastung darf nicht bis 2028 warten

26. August 2026

FREIE WÄHLER fordern Sofortmaßnahmen bei Personalbemessung und Vertretungsreserven

Aktuelle Berichte über die hohe psychische und körperliche Belastung von Kita-Fachkräften in Rheinland-Pfalz zeigen erneut, wie angespannt die Situation vieler Einrichtungen ist. Personalausfälle, hohe Arbeitsbelastung und fehlende Vertretungsmöglichkeiten bringen Beschäftigte und Träger zunehmend an ihre Grenzen.

„Wenn erfahrene Erzieher ihren Beruf gerne ausüben und trotzdem körperlich und psychisch an ihre Belastungsgrenze geraten, haben wir ein strukturelles Problem. Wir dürfen nicht erst 2028 feststellen, was heute längst bekannt ist“, erklärt Lisa-Marie Jeckel, Landesvorsitzende der FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz.

Die Landesregierung hat angekündigt, das Kita-Gesetz gemeinsam mit der Praxis weiterzuentwickeln und für 2028 eine Novelle vorgesehen. Für die FREIEN WÄHLER darf dieser Zeitplan jedoch nicht dazu führen, notwendige Entlastungen aufzuschieben.

„Dass Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig Gespräche mit Trägern und Fachkräften führt, ist richtig. Aber Gespräche allein entlasten noch keine Kita. Die Probleme bestehen heute und deshalb brauchen wir auch jetzt konkrete Maßnahmen.“

Aus Sicht der FREIEN WÄHLER muss insbesondere die Personalbemessung stärker an der Realität des Kita-Alltags ausgerichtet werden. Absehbare Ausfälle durch Krankheit, Urlaub oder Fortbildungen müssten bei der Planung besser berücksichtigt werden. Zudem sollten Springer- und Vertretungspools stärker gefördert und dort, wo möglich, flächendeckend etabliert werden.

„Eine Kita darf nicht jedes Mal an die Belastungsgrenze geraten, sobald zwei Mitarbeiter ausfallen. Wir brauchen Personalstrukturen, die den normalen Alltag tatsächlich abbilden und nicht nur unter Idealbedingungen funktionieren“, so Jeckel.

Die FREIEN WÄHLER hatten bereits im Landtagswahlkampf kleinere Gruppen, eine bessere personelle Ausstattung und eine Ausbildungsoffensive für Erzieher gefordert. Neben der Gewinnung neuer Fachkräfte müsse deshalb vor allem dafür gesorgt werden, dass die vorhandenen Beschäftigten ihren Beruf langfristig und gesund ausüben können.

„Gute frühkindliche Bildung steht und fällt mit den Menschen, die sie jeden Tag leisten. Unser Ziel muss deshalb klar sein: mehr Zeit am Kind, verlässliche Vertretung und Arbeitsbedingungen, die dafür sorgen, dass gute Fachkräfte auch dauerhaft in unseren Kitas bleiben.“