FREIE WÄHLER: Wenn Alkoholsteuersatz und Bürokratie prägendes Kulturgut gefährden

16. September 2026

Streuobstwiesen und traditionelle Brennkultur gemeinsam erhalten

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Gleichzeitig sind sie das Ergebnis jahrzehntelanger landwirtschaftlicher Pflege und Nutzung. Ein Stück gelebte Kultur wird u. a. durch die traditionelle Verarbeitung ihrer Früchte in kleinen, handwerklichen Brennereien und Mostereien sichtbar. Für Martin Oswald, den weinbau- und agrarpolitischen Sprecher der Kreisvereinigung Germersheim und wirtschaftspolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Rheinland-Pfalz steht deshalb fest: Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Mit einem Antrag im Kreistag Bernkastel-Wittlich setzen sich die FREIEN WÄHLER für bessere Rahmenbedingungen für Klein- und Obstbrennereien sowie für den dauerhaften Erhalt der regionalen Streuobstwiesen ein. Denn beide sind enger miteinander verbunden, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

„Wer die Artenvielfalt auf unseren Streuobstwiesen erhalten will, muss auch dafür sorgen, dass ihr Obst einen Wert behält. Naturschutz funktioniert hier nicht allein durch das Pflanzen eines Baumes, sondern durch Pflege, Ernte und Nutzung über Jahrzehnte hinweg“, erklärt Alois Meyer, Fraktionsvorsitzender der FREIE WÄHLER im Kreistag Bernkastel-Wittlich.

Brennkunst ist mehr als Spirituosenherstellung.

Für die FREIEN WÄHLER geht es zugleich um den Erhalt eines über Generationen gewachsenen Handwerks. Die handwerkliche Brennkunst ist als Immaterielles Kulturerbe anerkannt. Mit ihr wird Wissen über Obstanbau, Reife, Gärung und Destillation von Generation zu Generation weitergegeben. Sie ist damit Teil der regionalen Handwerks- und Landwirtschaftskultur.

Vor diesem Hintergrund wenden sich die FREIEN WÄHLER gegen zusätzliche Belastungen für Abfindungsbrennereien und Stoffbesitzer. Der Kreistag soll nach dem Antrag die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag auffordern, die geplante Erhöhung des ermäßigten Alkoholsteuersatzes nicht umzusetzen. Auch die ab Januar 2027 vorgesehene verpflichtende digitale Abfindungsanmeldung dürfe insbesondere ältere Obstbesitzer nicht faktisch von der traditionellen Obstverwertung ausschließen.

„Streuobstwiesen sind ein Schatz der Artenvielfalt – Brennereien helfen, sie zu erhalten. Deshalb müssen wir die Brennkunst als regionales Kulturgut schützen.

Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische und steuerliche Belastungen am Ende dazu führen, dass Brennereien und Mostereien schließen und unsere Streuobstwiesen verschwinden. Hier geht es um Artenvielfalt, Kulturlandschaft und ein jahrhundertealtes Handwerk.“, so Martin Oswald.