Gesundheitspolitik und Krankschreiberegelung: Regierung immerschneller auf falschem Gleis

9. Juli 2026

FREIE WÄHLER Rheinland-Pfalz warnen vor zusätzlicher Belastung der Hausarztpraxen

Koblenz, 09.07.2026 – Die aktuelle Diskussion um eine verpflichtende Krankschreibung bereits ab dem ersten Krankheitstag geht aus Sicht der FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz in die falsche Richtung.

„Statt das Gesundheitswesen durch weniger Bürokratie und mehr Eigenverantwortung zu stabilisieren, kommt nun der nächste Regierungsschlag auf dem falschen Gleis: Die Zahl der Hausärzte geht weiter zurück. Viele Praxen sind schon heute überlastet.
Gleichzeitig sollen die Hausärzte zusätzliche Aufgaben übernehmen, etwa durch ein mögliches Primärarztsystem und durch die geplante Reform der Notfallversorgung. Nun sollen sie auch noch am ersten Krankheitstag mit zusätzlichen Patienten geflutet
werden, nur um die Arbeitsunfähigkeit festzustellen“, erklärt Dr. med. Manfred Reeb, gesundheitspolitischer Sprecher der FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz.


Es gibt aus Sicht der FREIEN WÄHLER keine belastbaren Hinweise darauf, dass eine solche Regelung tatsächlich zu weniger Arbeitsunfähigkeiten führt. Im Gegenteil: Wenn die Praxen voll sind und für Beratung kaum Zeit bleibt, könnten Ärztinnen und
Ärzte aus Vorsicht eher länger krankschreiben.


Hinzu kommt: Viele kurzfristige Krankmeldungen haben mit Infekten zu tun. Wer bereits am ersten Krankheitstag in eine volle Arztpraxis muss, kann dort andere Patientinnen und Patienten anstecken oder selbst zusätzlich gefährdet werden. Damit würde
eine solche Regelung die Ausbreitung von Infektionskrankheiten eher fördern als verhindern.


Aus Sicht der FREIEN WÄHLER wären andere Lösungen naheliegender. Denkbar seien ein bis zwei Karenztage oder eine leichte Anpassung der Lohnfortzahlung in den ersten sieben bis vierzehn Krankheitstagen nach skandinavischem Vorbild. Dabei muss aber klar sein: Arbeitnehmer dürfen dadurch insgesamt keine Nachteile haben.


Eine solche Regelung müsste deshalb ausgeglichen werden, zum Beispiel durch niedrigere Lohnnebenkosten oder einen entsprechenden Lohnzuschlag. So könnten Arbeitnehmer und Arbeitgeber von weniger Bürokratie und weniger unnötigen Arztbesuchen profitieren, ohne die ohnehin stark belasteten Hausarztpraxen zusätzlich unter
Druck zu setzen.

nächster Beitrag