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Gute Ernte. Faire Preise. Starke Höfe.
FREIE WÄHLER Rheinland-Pfalz danken den Landwirten für ihren Ernteeinsatz und fordern faire wirtschaftliche Bedingungen für die heimische Getreideproduktion
Koblenz/Freckenfeld, 16.07.2026 – Die Getreideernte ist in Rheinland-Pfalz in vollem Gange. Die Wintergerste ist vielerorts bereits eingebracht. In den frühesten Lagen der Südpfalz steht inzwischen auch die Weizenernte kurz vor dem Abschluss.
Der Deutsche Bauernverband rechnet bundesweit mit einer insgesamt durchschnittlichen Getreideernte, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden. Ausschlaggebend sind insbesondere die regional unterschiedliche Wasserversorgung sowie die hohen Temperaturen in der zweiten Junihälfte. Gerade während der wichtigen Kornfüllungsphase setzte die frühe Hitze vielen Beständen deutlich zu.
„Wenn in diesen Tagen die Mähdrescher bis spät in die Nacht laufen, geht es um weit mehr als um die Ernte eines einzelnen Betriebes. Unsere Landwirte nutzen jedes trockene Zeitfenster, um das Getreide einzufahren, von dem wir alle ein ganzes Jahr lang zehren. Daraus entstehen Brot, Mehl, Nudeln, Futtermittel und viele weitere Produkte – hoffentlich möglichst oft aus heimischem Getreide“, erklärt Martin Oswald, selbstständiger Landwirt sowie Weinbau- und agrarpolitischer Sprecher der FREIEN WÄHLER Kreisvereinigung Germersheim.
Der große Einsatz der Landwirtinnen und Landwirte dürfe nicht als selbstverständlich betrachtet werden. Während der Ernte seien viele Betriebe von früh morgens bis tief in die Nacht im Einsatz. Dabei mache es keinen Unterschied, ob Wochenende, Feiertag oder Wochentag. Die hohe Arbeitsbelastung, technische Risiken und die erheblichen laufenden Kosten prägen diese arbeitsintensive Zeit.
Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Ackerbaubetriebe angespannt. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes liegen die Erzeugerpreise unter dem bereits niedrigen Niveau des Vorjahres. Zugleich sind die Kosten für landwirtschaftliche Betriebsmittel in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Hohe Ausgaben für Diesel, Energie, Dünger, Pflanzenschutz, Maschinen, Reparaturen und Finanzierung treffen auf Erlöse, die bei vielen Betrieben kaum noch eine ausreichende Marge ermöglichen.
Auch die aktuellen Marktberichte zeigen den erheblichen Preisdruck bei Getreide. Die Erzeugerpreise stehen während der laufenden Ernte zusätzlich unter Druck. Trotz hoher Produktionskosten und umfangreicher gesetzlicher Anforderungen können die heimischen Betriebe die gestiegenen Kosten kaum über ihre Verkaufspreise weitergeben.
Hinzu kommt die starke Abhängigkeit vom Weltmarkt. Gute Ernteerwartungen in anderen Teilen der Welt und große verfügbare Mengen drücken die internationalen Getreidepreise. Heimische Landwirte müssen sich an diesen Weltmarktpreisen messen lassen, obwohl sie unter deutlich höheren europäischen Kosten, Umweltauflagen und Produktionsstandards wirtschaften.
Oswald betont:
„Eine gute Ernte allein reicht nicht, wenn am Ende für die Bauern nichts übrig bleibt. Volle Anhänger und gute Erträge helfen den Betrieben nur dann, wenn auch die Vermarktungspreise stimmen. Wer heimisches Getreide und eine sichere Lebensmittelversorgung will, muss dafür sorgen, dass unsere Höfe wirtschaftlich arbeiten und von ihrer Arbeit leben können.“
Jörg Dewald aus dem Eifelkreis ergänzt:
„Landwirtschaft funktioniert nicht nach festen Arbeitszeiten. Wenn das Wetter und die Feuchtigkeit des Getreides passen, muss geerntet werden – unabhängig davon, ob gerade Sonntag, Feiertag oder mitten in der Nacht ist. Diese Leistung verdient nicht nur Anerkennung und Dank, sondern auch faire Preise, die die tatsächlichen Kosten der heimischen Erzeugung berücksichtigen.“
Die FREIEN WÄHLER fordern deshalb faire Wettbewerbsbedingungen, bezahlbare Betriebsmittel, niedrigere Energiekosten und einen konsequenten Abbau unnötiger Bürokratie. Die heimische Landwirtschaft dürfe nicht durch immer höhere Kosten und Auflagen geschwächt werden, während gleichzeitig Agrarerzeugnisse aus Ländern importiert würden, in denen teilweise deutlich niedrigere Produktionsstandards gelten.
„Unser ausdrücklicher Dank gilt allen Landwirtinnen und Landwirten, ihren Familien, Mitarbeitern und Helfern, die momentan Tag und Nacht unterwegs sind, um die Ernte sicher einzubringen. Wir wünschen ihnen eine gute, ertragreiche und vor allem unfallfreie Ernte. Gleichzeitig bitten wir die Bevölkerung um Verständnis und Rücksicht, wenn landwirtschaftliche Maschinen derzeit auch spätabends, nachts sowie an Sonn- und Feiertagen auf den Feldern und Straßen unterwegs sind“, so Oswald abschließend.
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