Leerstand statt Wohnraum: Investieren und Vermieten muss sich wieder lohnen

22. Juli 2026

Koblenz, 22.07.2026 – Die von Bauminister Sven Teuber angekündigte aktivere Rolle des Landes beim Wohnungsbau ist aus Sicht der FREIEN WÄHLER Rheinland-Pfalz der richtige Anlass für eine grundsätzliche Debatte darüber, wie tatsächlich mehr Wohnraum entstehen kann. Für die Landesvorsitzende Lisa-Marie Jeckel liegt dabei ein entscheidender Schlüssel in der Mobilisierung privaten Kapitals und der Reaktivierung bestehender Gebäude.

„Wir müssen beim Thema Wohnen nicht immer zuerst darüber nachdenken, was der Staat selbst bauen kann. Gerade im ländlichen Raum gibt es zahlreiche leerstehende Häuser und private Eigentümer, die grundsätzlich bereit wären zu investieren. Aber wenn Sanierung, Steuern, Auflagen und laufende Belastungen jede vernünftige Kalkulation zunichtemachen, bleibt das Gebäude am Ende eben leer“, erklärt Jeckel.

Gerade im Rhein-Lahn-Kreis zeige sich, dass fehlender Wohnraum und Leerstand gleichzeitig existieren können. Hohe Bau- und Sanierungskosten sowie komplizierte Genehmigungsverfahren machten es zunehmend unattraktiv, ältere Immobilien zu modernisieren und anschließend zu vermieten.

Die FREIEN WÄHLER fordern deshalb eine echte Leerstand-zu-Wohnraum-Offensive: schnellere Genehmigungen, einfachere Nutzungsänderungen, weniger kostentreibende Vorgaben bei Sanierungen und bessere steuerliche Rahmenbedingungen für Investitionen in bestehenden Wohnraum.

„Wir brauchen private Investoren und Vermieter, wenn wir die Wohnungsfrage lösen wollen. Politik muss deshalb dafür sorgen, dass sich Investieren und Vermieten wieder lohnt, statt Eigentümer immer weiter zu belasten“, so Jeckel.

Dazu gehöre auch die vollständige Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Die neue Landesregierung habe diesen Schritt zwar angekündigt, bislang zahlten Eigentümer in Rheinland-Pfalz jedoch weiterhin.

„Wer Eigentum und private Investitionen stärken will, muss bei der Entlastung konsequent sein. Deshalb fordere ich Minister Teuber auf, bei den Straßenausbaubeiträgen nicht bis zum Ende der Legislaturperiode zu warten. Die Abschaffung muss so schnell wie möglich kommen und die Kommunen müssen dafür einen verlässlichen finanziellen Ausgleich erhalten.“

Eine neue Landeswohnungsbaugesellschaft könne einzelne Projekte unterstützen, löse aber das strukturelle Problem nicht.

„Der Staat allein wird den benötigten Wohnraum nicht schaffen können. Wir müssen die Menschen wieder dazu bringen, selbst zu investieren. Jede leerstehende Immobilie, die wieder zu Wohnraum wird, ist ein Gewinn – für die Eigentümer, für die Gemeinden und für alle, die eine Wohnung suchen.“

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